Ich wollte nur einen Klappstuhl kaufen
Am Ende ging es um etwas ganz anderes: die Erschöpfung durch ständiges Abwägen
Ich suche oft zu lange.
Nach einem Campingstuhl. Nach einem Schrank für die Hütte. Nach einem Foto für den Blog. Nach einem Titel. Nach einem Ladegerät für den Schreibtisch. Nach einer Kiste für die Sitzkissen.
Es sind Kleinigkeiten des Alltags. Und trotzdem kosten sie mich manchmal Stunden.
Besonders absurd war es bei einem Klappstuhl.
Ich habe erstaunlich viel Zeit investiert, um den für mich perfekten zu finden. Und irgendwann hatte ich das Gefühl: Es geht längst nicht mehr nur um den Stuhl. Es geht um den Ehrgeiz, exakt das zu finden, was ich im Kopf habe.
Heute ist ein Campingstuhl eben nicht einfach ein Campingstuhl. Ein Teppich nicht einfach ein Teppich. Eine Küchenmaschine nicht einfach eine Küchenmaschine. Nicht einmal eine Zahnbürste ist nur eine Zahnbürste.
Überall gibt es Unterschiede: Material, Maße, Gewicht, Mechanismus, Farbe, Preis, Versandkosten, Rabatt, Bewertungen, Lieferzeit.
Und mit jedem Unterschied wächst dieses Gefühl:
Ich muss noch weitersuchen. Vielleicht gibt es noch ein besseres Modell. Ein günstigeres. Ein schöneres. Robusteres.
Kennst du diese Art zu suchen? So lange, bis die Augen brennen?
Hier schreibe ich nicht darüber, warum es solch eine große Auswahl gibt. Ich schreibe davon, wie du es dir leichter machen kannst, falls du auch dieses „Problem“ der Entscheidungsmüdigkeit hast.
Ich sehne mich nicht nach dem perfekten Produkt, sondern nach einer Welt, in der einfache Dinge wieder einfach sein dürfen.
Klappstühle gibt es überall. Und auch günstig. Aber ich wollte einen Stuhl, der eine bestimmte Größe hat und damit in ein bestimmtes Fach in meinem Camperausbau passte. Ich hätte auch den Ausbau an den Stuhl anpassen können. Das ist diese Geschichte mit der Henne und dem Ei. In diesem Fall, gab es zuerst das Fach und ein passender Stuhl musste her.
Was von außen nach Auswahl aussieht, fühlt sich innen für mich oft wie Energieverlust an.
Ich schreibe hier nicht darüber, warum es so viel Auswahl gibt. Mich interessiert etwas anderes: Wie erleichtere ich es mir, wenn man an genau dieser Entscheidungsmüdigkeit leidet?
Denn eigentlich sehne ich mich nicht nach dem perfekten Produkt. Ich sehne mich nach einer Welt, in der einfache Dinge wieder einfach sein dürfen.
Bei meinem Klappstuhl war das Problem konkret: Er musste eine bestimmte Größe haben, damit er in ein Fach meines Camperausbaus passt. Günstige Stühle gibt es genug. Aber eben nicht jeder passte in dieses Fach.
Also suchte ich. Und suchte weiter.
Bis ich gemerkt habe: Ich brauche nicht mehr Auswahl. Ich brauche vorher Klarheit. Seitdem mache ich mir eine Liste, bevor ich überhaupt anfange zu suchen. Darauf steht, was das Produkt erfüllen muss. Erst dann suche ich. Das hilft mir, schneller zu entscheiden:
Und wenn ich etwas Passendes gefunden habe, kaufe ich es. Ohne noch weiter zu optimieren. Ohne noch nach dem letzten Rabatt zu suchen. Einfach: entschieden. Und später schaue ich auch nicht mehr danach.
Bei Verbrauchsgegenständen mache ich es inzwischen noch einfacher. Lebensmittel, Werkzeug, Verschleißteile, Hygieneartikel: Wenn etwas gut war, kaufe ich beim nächsten Mal wieder das Gleiche.
Früher hätte ich gedacht, das sei langweilig. Heute denke ich: Es ist vernünftig.
Denn nicht jede Entscheidung verdient gleich viel Energie. Wer ständig auch bei Kleinigkeiten neu abwägt, verausgabt sich oft schon, bevor es um die wirklich wichtigen Dinge geht.
Es gibt einen Grund, warum bei diesem Thema immer wieder Menschen wie Mark Zuckerberg oder Steve Jobs genannt werden. Beide sind auch dafür bekannt geworden, ihre Kleidung stark zu vereinfachen und jeden Tag fast dasselbe zu tragen. Nicht aus Ideenlosigkeit, sondern weil sie nicht schon am Morgen Energie für Entscheidungen verbrauchen wollten, die für den Tag selbst kaum eine Rolle spielen.
Ich kann das gut nachvollziehen. Ich bin auch ein Mensch, der sich seine Kleidung abends schon rauslegt und morgens am liebsten einen festen, routinierten Ablauf hat. Nicht, weil ich keine Abwechslung mag, sondern weil es mir guttut, wenn nicht gleich zu Beginn des Tages schon zehn kleine Entscheidungen auf mich warten.
Genauso sehe ich das inzwischen auch bei vielen Alltagskäufen. Wenn etwas funktioniert, zuverlässig ist und seinen Zweck erfüllt, muss ich daraus nicht jedes Mal wieder ein neues Projekt machen.
Nicht jede Zahnpasta braucht eine neue Recherche. Nicht jedes Werkzeug einen erneuten Vergleich. Nicht jeder Nachkauf eine halbe Stunde Aufmerksamkeit.
Manches darf einfach feststehen. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Klarheit.
Vielleicht liegt die Lösung oft genau darin: früher aufzuhören.
In einer Welt, die aus jeder Kleinigkeit eine Entscheidung macht, ist es vielleicht schon Selbstfürsorge, nicht überall das Beste finden zu wollen. Sondern etwas, das reicht.
Wie an der Börse: Du weißt nie, ob es der perfekte Zeitpunkt zum Kaufen oder Verkaufen war. Du triffst eine Entscheidung. Und dann war es deine. Punkt!
Der Stuhl Dundee von Campo Libre hat das kompakte Packmaß 42x45x10 cm. Die Verarbeitung ist hochwertig und der Preis mit unter 100 EUR angemessen.
Das Video habe ich nachvertont, weil ich einfach zu weit vom Mikro weg war. Dadurch wirkt es wie eine amerikanische Verkaufsshow. Ich find’s lustig. Schau gern mal rein:


