Der perfekte Ofen
Wie findest du den perfekten Ofen für deine Hütte?
Dieser Beitrag, so ungewöhnlich es dir erscheinen mag, ist der erste Beitrag zu meiner Hütte.
Normalerweise, so könntest du denken, fängt es damit an, wie ich diese Hütte überhaupt gefunden habe. Nun, das will ich dir gerne auch noch beantworten. Aboniere dazu einfach meinen Blog und ich verspreche dir, du wirst es nicht verpassen.
Die Geschichte beginnt mit dem Ofen, weil es draußen schon wieder so nasskalt geworden ist und ich jetzt sehr gerne dieses Gefühl der Wärme um mich herum hätte. Das Feuer und ich, wir haben eine ganz besondere Verbindung, schon seit ich etwa 16 bin. Seither liebe ich es, Feuer zu machen und seine Kraft nicht nur zum Wärmen, sondern auch zum Kochen und Backen zu nutzen. Ich würde mich als Feuermacher bezeichnen. Aber dazu ein anderes Mal.
Meine Hütte hat eine Fläche von ca. 10 qm. Das ist wichtig, wenn man berechnen will, welche Brennleistung ein Ofen haben sollte. Hat er nämlich zu viel, wird es schnell unerträglich warm, hat er zu wenig, verbrauchst du zu viel Brennstoff. Holz ist eine wertvolle Ressource, die mit Achtsamkeit und Bedacht genutzt werden sollte.
Berechnung der Nennleistung
Zuerst ist herauszufinden, wie viel Nennleistung ein Ofen pro qm haben muss. Dazu werden auch Parameter wie Dämmung der Wände, des Daches, des Bodens und die allgemeine Bauweise des zu beheizenden Raumes herangezogen.
In meinem Fall handelt es sich um eine Holzhütte in Ständerbauweise, gedämmt mit Styropor. Der Boden ist gar nicht gedämmt und beim Dach weiß ich es nicht.
Bei dieser schlechten Dämmung wird mit 0,15–0,20 kW/m³ gerechnet.
Bei einem zu beheizenden Volumen von ca 23qm und 0,20 kW/m³ erhalte ich den ungefähren Richtwert von 4,6 kW Heizleistung für einen Ofen.
#001 Lobucheintrag 03-26
Als ich 12 Jahre alt war, schrieb ich eine Kurzgeschichte über die Kofelraster Seen in Südtirol. Dort lebte ich in einer Hütte am See. Es gab auch einen Steg mit einem vertäuten Boot.
Was soll der Ofen können?
Öfen gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Mit und ohne Schamottplatte, mit und ohne Backfach, mit und ohne Kochplatte. Es ist also hier auch wichtig, herauszufinden, was der Ofen außer Heizen noch können soll. Da Holz aus meiner Sicht ein sehr wertvoller und begrenzter Brennstoff ist, möchte ich den Ofen auch noch zum Kochen verwenden. Und er soll unter 500 EUR kosten.
Gebraucht oder neu?
Zuerst habe ich mich auf den üblichen Gebrauchtwarenportalen umgesehen und dabei auch einige interessante Objekte gefunden. Allerdings waren diese oft in schlechtem Zustand. Dann kam auch immer noch der Transport dazu und in der Regel standen die Öfen schon lange im Keller oder in der Garage. Also nicht die besten Voraussetzungen.
Neu konnte ich auch einige passende Produkte finden. Insgesamt war es aber schwierig, überhaupt einen Ofen mit so einer geringen Nennleistung zu finden.
Warum ist die Nennleistung so wichtig?
Wenn ein Raum sehr klein ist und der Ofen eine zu hohe Heizleistung hat, dann kann es schnell zur Überheizung des Raumes führen. Es ist dann recht schwer, den Ofen herunter zu regulieren. Wer schon einmal auf dem Feuer gekocht hat, der kann sich vorstellen, was ich meine. Am Ende hat man in der Hütte eine Sauna und muss ständig lüften. Das wollte ich auf jeden Fall vermeiden.
Während der Recherche kam noch das Thema Luftzufuhr dazu. Herkömmliche Öfen ziehen den Sauerstoff zur Brennkammer aus dem zu beheizenden Innenraum. Da meine Hütte sehr klein ist, wollte ich hier kein Risiko eingehen und habe mich dazu entschieden, nur einen Ofen einzubauen, wenn dieser die Frischluft von außen bezieht. Damit schieden die gebrauchten Öfen aus.
Durch mein Interesse an den Themen Bushcrafting und Outdoor bin ich auf Zeltöfen aufmerksam geworden. Die benötigte Nennleistung war hier leichter zu erfüllen und es gab Modelle mit Luftzufuhr von außen. Über einige Umwege hat mich dann mein Ofen erreicht.
Es handelt sich um eine Einzelanfertigung, die alle meine Bedingungen erfüllt. Der Einbau in meiner Hütte wurde dann fachgerecht durchgeführt. Die Styropordämmung haben wir großzügig durch Steinwolle ausgetauscht.
Grundsätzlich bin ich ein Freund davon, Gebrauchtes wiederzuverwenden oder Menschen zu unterstützen, die durch ihre Talente Dinge realisieren können, die ich selbst nicht kann. So entsteht auf wundersame Weise ein Kreislauf.



