Das geheime Buch
Wie eine Frau mein Leben radikal verändert hat
Ich habe dieses Buch nur gelesen, weil es ein Geschenk von meiner Frau war.
Ja, es gibt Bücher, die werden gefeiert. Und es gibt Bücher, die werden belächelt, kritisiert oder direkt als Unsinn abgestempelt.
The Secret von Rhonda Byrne gehört für viele genau in diese zweite Kategorie.
Und ich verstehe das. Wirklich!
Als meine Frau mir dieses Buch damals gegeben hat, war ich zuerst alles andere als offen. Ich hatte direkt diesen typischen amerikanischen Touch im Kopf: nur bunte Werbung, Scam, Zeitverschwendung. Solch ein Buch, bei dem man sich schnell fragt, ob da wirklich etwas drinsteckt – oder ob es am Ende nur schön verpacktes Gelaber ist. Gibt es die vermeintlichen Experten wirklich, oder ist das alles gelogen, nur um etwas zu verkaufen?
Genau deshalb habe ich mich erst einmal dagegen gesträubt, es zu lesen.
Heute weiß ich: The Secret war für mich nicht einfach nur ein Buch. Es war mein erstes Buch des Erwachens. Nicht, weil darin Magie steckt. Nicht, weil plötzlich über Nacht alles anders wurde. Und auch nicht, weil ich jede Aussage daraus ungeprüft übernommen hätte.
Sondern weil dieses Buch etwas in mir ausgelöst hat, das viel tiefer ging: Es hat mich zum ersten Mal ernsthaft dazu gebracht, meine eigene Sicht auf die Realität zu hinterfragen.
Im Allgemeinen leben wir ja meistens in einem Denken, das stark von außen geformt wurde. Von Familie. Von Schule. Von Medien. Von Erfahrungen. Von Ängsten. Von der Gesellschaft. Davon, was möglich ist und was nicht.
Das Problem ist nicht, dass wir geprägt werden.
Das Problem ist, dass wir diese Prägung für die Wahrheit halten.
Und genau da hat The Secret bei mir angesetzt. Nicht als wissenschaftliches Werk. Nicht als Psychologie. Und ganz sicher nicht als Zauberformel. Sondern als Anstoß, mein Denken bewusster wahrzunehmen.
Worum gehts?
Im Kern sagt das Buch: Worauf du deinen Fokus richtest, hat Wirkung. Gedanken, Gefühle, innere Bilder und Überzeugungen sind nicht egal. Sie beeinflussen, wie du die Welt erlebst, wie du handelst und was du in deinem Leben überhaupt für möglich hältst.
Beziehungen, Gesundheit und Geld – verbunden mit Gedanken und Gefühlen, Visualisierung, Dankbarkeit, Affirmationen, kreativem Prozess und dem Gedanken, dass auch Geben und Teilen etwas in Bewegung setzen.
Man kann das kritisch sehen. Und das sollte man auch.
Denn nichts wird von heute auf morgen schön, nur weil man mal feste drüber nachgedacht hat.
Ich wollte damals zum Beispiel abnehmen und habe es genauso versucht, wie es im Buch beschrieben wird. Nicht, indem ich mir sagte: „Ich bin zu dick“, „Ich wiege zu viel“ oder „Ich muss abnehmen.“ Denn damit erzeuge ich Mangel. Stattdessen formulierte ich den Prozess positiv und stellte mir mein Wunschgewicht vor. Ich sah mich in meiner Lieblingshose, die wieder passt, und fragte mich, wie es sich anfühlen würde, 10 Kilo leichter zu sein. Natürlich nimmt man dadurch nicht automatisch ab. Aber dieses Umdenken hat etwas verändert: Ich ernährte mich anders. Ich lebte das Abnehmen bewusster. Ich zwang mich nicht in eine Diät, die ich gar nicht wollte. Meine Einstellung zu mir selbst veränderte sich.
Ich weiß, dass es viele negative Rezensionen zu diesem Buch gibt. Für manche ist es zu simpel. Für andere zu esoterisch. Wieder andere lehnen die ganze Idee dahinter grundsätzlich ab. Auch das ist für mich völlig normal. Jeder liest aus seiner eigenen Perspektive. Jeder bringt seine eigene Geschichte, seine eigenen Erfahrungen und seine eigenen inneren Grenzen mit.
Deshalb muss man The Secret weder blind feiern noch komplett verwerfen.
Für mich lag der Wert nie darin, alles zu glauben. Der Wert lag darin, mich innerlich zu öffnen und die Dinge auszuprobieren. Dieses Buch hat mir nicht die Welt erklärt. Aber es hat einen Gedanken in mir angestoßen, der geblieben ist:
Was wäre wenn?
Was wäre, wenn ich nicht alles, was ich denke, automatisch für wahr halten müsste?
Was wäre, wenn viele meiner Grenzen nicht feststehen, sondern veränderbar sind?
Was wäre, wenn ich mehr von außen übernommen hätte, als mir bewusst ist – und genau deshalb auch neu wählen kann?
Was wäre, wenn ich die Dinge positiv sehen und auch so sprechen könnte?
Das war für mich der eigentliche Wendepunkt.
Ich habe begonnen, bewusster auf mein Denken zu schauen. Ich habe angefangen, anders mit mir selbst umzugehen.
Ich wurde aufmerksamer.
Ruhiger.
Klarer.
Ich habe meditiert. Ich habe abgenommen. Und ich habe den ersten Schritt auf meinem Weg zum Achtsamkeitscoach gemacht. Das sollte ich allerdings erst Jahre später erkennen. Vor allem habe ich aufgehört, im Mangel zu leben.
Und ich habe mir einen Scheck des Universums ausgedruckt und an den Kühlschrank gepinnt. Spielerei? Probiers!
Wenn ich heute auf all das zurückblicke, dann war The Secret für mich kein perfektes Buch. Aber es war ein Auslöser. Ein erstes Öffnen.
Ein Buch, das im richtigen Moment in mein Leben gefallen ist. Denn auch der Moment ist von größter Wichtigkeit. Erst wenn in unserem Leben Platz für etwas Neues ist, dann kann es auch kommen. Wenn es zu schwer ist, zu verkrampft und es uns zu viele Ressourcen stiehlt, dann ist eine Sache nicht gut für uns.
Es ist wie mit einer vollgeräumten Garage. Wenn dort kein Platz für ein neues Auto ist, dann wird es auch nicht in dein Leben kommen. Räume erst dein Leben auf, dann ist auch Platz für deine Wünsche. Logisch, oder?
Manche Dinge brauchen Zeit. Wenn du ein Buch liest und es dir schwer vorkommt, du schwer in die Thematik eintauchst, dann ist es nicht die richtige Zeit. Leg das Buch weg, der richtige Moment kommt. Bestimmt!
Was ich außerdem spannend finde: Durch The Secret habe ich einen viel breiteren Blick auf andere Themen bekommen. Es geht auch um Liebe und Beziehungen. Um Gesundheit und Wohlbefinden. Um Geld, Mangel und Fülle. Um Vorstellungskraft. Um Dankbarkeit. Um bewusste innere Ausrichtung. Und auch um die Frage, was wir ausstrahlen, nähren und in unserem Alltag immer wieder bestätigen.
Ob man das nun Gesetz der Anziehung nennt oder anders beschreibt, ist für mich fast zweitrangig.
Dieses Buch hat für mich einen so großen Grundpfeiler gesetzt. Wenn ich es jetzt wieder in die Hand nehme, so muss ich feststellen, wie viel sich seither verändert hat. Wieviel hat sich bewahrheitet und wieviel ist mir an anderer Stelle im Leben erneut begegnet?
So auch dieses Zitat, von Albert Einstein:
Alles ist Energie. Und dazu ist nichts mehr zu sagen. Und wenn du dich einschwingst auf die Frequenz der Wirklichkeit, die du anstrebst, dann kannst du nicht verhindern, dass sich diese manifestiert. Das ist keine Philosophie, das ist Physik.
Was habe ich gelernt?
Ich habe gelernt, mein Denken nicht nur zu wiederholen, sondern auch zu beobachten. Ich habe gemerkt, wie stark mein inneres Bild meine äußere Wirklichkeit mitprägt. Und ich habe begonnen, das, was ich für alternativlos gehalten habe, überhaupt erst einmal infrage zu stellen.
Denn vieles sehen wir nicht, weil wir uns nicht vorstellen können, dass es da ist.
Jahrelang habe ich mich selbst auf Mangel programmiert.
Zu wenig Geld, zu wenig Möglichkeiten, zu wenig Wert. Ich lebte im Dispo, machte mir dauernd Sorgen und verzichtete. Und während andere sich etwas gönnten, teure Autos, wilde Partys, Markenklamotten, saß ich in meiner “Ich-brauche-mehr”-Blase fest. Ich war innerlich ständig auf Defizit eingestellt.
Nach dem Buch begann genau dort die Wende.
Ich habe meine Sprache verändert und damit Schritt für Schritt auch mein Denken. Aus “Ich brauche mehr Geld” und “Ich kann mir das eh nicht leisten” wurde:
“Ich lebe in Fülle und Reichtum.”
Diesen Satz habe ich über Jahre hinweg täglich in meiner Meditation wiederholt. Aus Mangel wurde nicht über Nacht Reichtum aber ich habe mir eine eine neue Haltung erschaffen.
Genau deshalb halte ich es heute auch für wichtig, das eigene Mindset nicht nur mit zustimmender, sondern auch mit kritischer Literatur zu öffnen.
Nicht, um alles kleinzureden. Sondern um weiter zu werden. Um nicht in einer einzigen Sichtweise stecken zu bleiben. Und um aus der Gesamtheit der Möglichkeiten schöpfen zu können. Denn nur wenn wir auch Widerspruch zulassen, bleibt unser Denken lebendig.
Am Ende beginnt alles mit der Perspektive.
Für mich bleibt The Secret deshalb ein besonderes Buch. Einfach weil es etwas in mir in Bewegung gebracht hat. Und manchmal ist genau das die eigentliche Kraft eines Buches. Nicht jedes wichtige Buch muss perfekt sein. Manche müssen nur im richtigen Moment in dein Leben fallen – und dort eine Tür öffnen.



